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Diese 5 hotelspezifischen Kennzahlen sollte jeder Hotelier kennen!

November 20, 2017

 

Der moderne Hotelier von heute muss ein Multitasker sein, ein Allrounder, eine eierlegende Wollmilchsau. So gilt es doch, in allen Bereichen der Beste zu sein und dann auch noch überall gleichzeitig. Schließlich muss sich ja jemand um das Online Marketing kümmern, die richtigen Mitarbeiter einstellen und den Einkauf machen, die Gäste bedienen, die Küchenbrigade motivieren, Reservierungen vorantreiben, die Qualität ständig verbessern und auch noch im Front Office brillieren. Viele Hoteliers stürzen sich daher täglich in die operativen Fluten ihres Betriebes. Gerade in eigentümergeführten Hotels hört man oft Argumente wie „Für das ‚Managen’ ist unser Betrieb doch viel zu klein", oder „Lieber kümmere ich mich um operative Arbeiten, als mich mit kaufmännischen Fragen auseinander zu setzten, denn dafür habe ich meinen Steuerberater und Banker!“.

 

OPERATIVER EINSATZ WICHTIG, ABER NICHT GENUG

Doch es muss in diesem Zusammenhang die süffisante Frage erlaubt sein, wer sich denn dann um die vermeintlich unproduktiven Dinge des Unternehmens kümmert? Kurzum: Wer „FÜHRT“ denn eigentlich das Hotel? Der Steuerberater? Der Banker? Wohl kaum! Bitte nicht falsch verstehen: Regelmäßige Bilanz- und Bankbesprechungen sind sehr wichtig und sollten jedenfalls stattfinden. Es ist meiner Meinung auch absolut richtig und wichtig (und ich weiss auch aus persönlicher Erfahrung), dass die Familienmitglieder wenn möglich Schlüsselpositionen im Betrieb einnehmen sollen und somit auch unweigerlich operativ intensiv eingebunden sind. Genau das zeichnet die vielen tollen familiengeführten Tourismusbetriebe in unserem Land aus! Aber sich ausschließlich der Tätigkeit in Küche, Service oder Rezeption zu verschreiben verdient zwar moralische Hochachtung, reicht aber (heutzutage) nicht aus, um ein Hotel erfolgreich zu führen!

 

WIRTSCHAFTLICHER ERFOLG ALS MOTOR

Eine essentielle Antriebsfeder eines jeden Unternehmers ist gute Performance. Es gibt viele weitere Motivationsfaktoren, aber der wichtigste ist nunmal wirtschaftlicher Erfolg. Um täglich Höchstleistungen zu erbringen, muss sich die harte Arbeit schlicht lohnen. Deshalb möchte ich kurz und knackig die wichtigsten 5 Kennzahlen für ein Hotel präsentieren. Damit ist man schon sehr gut gerüstet und weiß stets, wo der Betrieb aktuell steht. Außerdem weiß ich aus sicherer Quelle, dass auch dein Banker diese Kennzahlen ganz genau unter die Lupe nimmt! ;-)

 

1. BETRIEBSLEISTUNG PRO ZIMMER

  • Formel: Gesamtumsatz / Zimmeranzahl

  • Interpretation: Diese Kennzahl ist sehr einfach und schnell zu berechnen, und gibt bereits eine praktische Erstindikation im Vergleich zu den Vormonaten und Vorjahren und auch im Vergleich zu Mitbewerbern (Benchmarking).

  • Beispiel: 2.000.000,00 EUR Betriebsleistung / 50 Zimmer = 40.000,00 EUR

  • Vergleichszahlen (Benchmark): Der Durchschnitt für einen Gesamterlös in der 4* und 5* Hotellerie in Österreich liegen bei etwa 45.000,00 EUR pro Zimmer. Die Klassenbesten der Branche erreichen sogar knapp 60.000,00 EUR pro Zimmer.*

     

2. REVPAR (REVENUE PER AVAILABLE ROOM)

  • Formel: Logiserlöse / (Zimmeranzahl * Offenhaltetage)

  • Interpretation: RevPAR = Umsatz pro verfügbaren Zimmer. Diese Kennzahl ist in der Hotellerie der „Heilige Gral“, da sie sehr viele wichtige Inhalte vereint und daher DIE Messlatte für Hotels ist. Er beinhaltet nämlich nicht nur den Durchschnittspreis eines Zimmers, sondern auch die Auslastung. Der reine Durchschnittspreis vernachlässigt im Gegenzug die freien Zimmer und sagt nur aus, welchen Preis ich für die tatsächlich verkauften Zimmer erzielt habe.

  • Beispiel: Dein Hotel hat 50 Zimmer und 300 Offenhaltetage. Somit 50 * 300 = 15.000 verfügbare Zimmer. Der gesamte Logiserlös ist 1.500.000, 00 EUR / 15.000 verfügbare Zimmer = RevPAR 100,00 EUR

  • Vergleichszahlen (Benchmark): Der Durchschnitt für einen RevPAR in der 4* und 5* Hotellerie in Österreich liegen bei etwa 103,00 EUR pro Zimmer. Die Klassenbesten der Branche erreichen sogar knapp 146,00 EUR pro Zimmer.*

     

 

3. KOSTEN IM VERHÄLTNIS ZUM GESAMTUMSATZ

  • Formel: Material-/Personal-/Sachkosten / Gesamtumsatz einer Periode
    Die Kostenpositionen sind in der G&V (Vorjahr) bzw. Saldenliste (aktuelle Auswertung) deines Betriebes zu finden oder beim Steuerberater anzufordern.

  • Interpretation: Diese Kennzahl ist äußerst einfach zu errechnen und gibt aber gleichzeitig einen guten Überblick, wo das Unternehmen kostenseitig steht. Habe ich aktuell zu viel Personalkosten? Ist mein Wareneinsatz zu hoch? Muss ich bei Reinigung, Energie oder Reparaturen bremsen? Diese Positionen sind meist direkt vom Unternehmer steuerbar!

  • Beispiel: Das Hotel hat einen Umsatz von 600.000,00 EUR. Der Materialaufwand schlägt aktuell seit Jahresbeginn mit 120.000,00 (20 %) zu Buche. Hier kann rasch reagiert werden, um das Jahresziel von 15 % zu erreichen.

  • Vergleichszahlen (Benchmark): Der Durchschnitt für die Kostenstruktur in der 4* und 5* Hotellerie in Österreich liegen für den Wareneinsatz bei 12 % bis 15 %, beim Personalaufwand bei 31 % bis 35 % sowie bei den sonstigen Kosten bei den Sachkosten zwischen 23 % und 27 %.

     

4. GOP (GROSS OPERATING PROFIT)

  • Formel: Betriebsleistung - Materialaufwand - Personalaufwand - sonstiger Aufwand

  • Interpretation: Der GOP gilt in der Hotellerie weltweit als wichtige Ertragskennzahl, weil dadurch Hotels an dem rein operativen Ergebnis gemessen werden. Mit diesem „Betriebsergebnis I“ werden Zinsen bezahlt, Abschreibungen gedeckt und auch Pachtzinsen beglichen sowie Investitionen und Entnahmen getätigt. Noch aussagekräftiger wird der GOP, wenn er durch die Anzahl der Zimmer dividiert wird (GOPPAR – GOP per available room).

  • Beispiel: Dein Hotel hat einen Gesamtumsatz von 1.500.000,00 EUR, einen Materialaufwand von 225.000,00 (15 %), einen Personalaufwand von 450.000,00 EUR (30 %) und sonstige Aufwände von 300.000,00 EUR (20 %), dann ergibt sich ein GOP von 525.000,00 EUR bzw. 35 %. Der GOPPAR wäre folglich 450.000,00 EUR / 50 Zimmer = 10.500,00 EUR.

  • Vergleichszahlen (Benchmark): Der Durchschnitt für den GOP in der 4* und 5* Hotellerie in Österreich liegt bei 9.700,00 EUR pro Zimmer. Die Top Performer der Branche erreichen beachtliche 15.000,00 EUR pro Zimmer.*

     

5. UMSATZ-BANKSCHULDEN-VERHÄLTNIS

  • Formel: Bankschulden / Jahresumsatz

  • Interpretation: Mit dieser Kennzahl ist auf einen Blick ersichtlich, ob die aktuelle Verschuldung gesund oder gefährlich ist. Hotels können operativ zwar sehr gute Zahlen vorweisen (GOP), haben sich aber bei Investitionen verspekuliert oder tragen ein großes Schuldenpaket mit sich rum. Wichtig ist, dass hier auch Förderdarlehen (ÖHT, etc.) und sonstige rückzahlbare Schulden wie Gästedarlehen etc. mit berücksichtigt werden

  • Beispiel: Dein Hotel hat einen Gesamtumsatz von 1.500.000,00 EUR und Bankschulden lt. Bilanz in Höhe von 3.000.000,00 EUR. Dies ergibt ein Verhältnis von 1:2. Anders ausgedrückt bedeutet dies, ich benötige zwei volle Jahresumsätze, um meine aktuellen Bankschulden zu tilgen und lässt somit auf die aktuelle Verschuldung, aber auch auf die potentiellen Investitionsmöglichkeiten der nächsten Jahre schließen

  • Vergleichszahlen (Benchmark): Grundsätzlich spricht man bei einem Umsatz-Schulden-Verhältnis von 1:2 in der Hotellerie von einem gesunden Unternehmen. Bei optimaler Betriebsgröße und Kostenstruktur oder bei anderen Betriebstypen (Hotel Garni, Apart Hotel) ist ggfs. auch eine höhere Verschuldung (bis maximal 1:3) vertretbar.

RESUMEE:

Oft werden die alljährlichen Bilanzbesprechungen herbeigesehnt, um sich danach zu messen – egal ob mit dem Vorjahr oder mit dem Nachbarn. Und das ist auch gut so, schließlich muss ich ja wissen, wo ich umgegangen bin. Allerdings ist es viel zu wenig, vergangene Zeiten zu reflektieren. Es gilt vielmehr, das eigene Unternehmen kontinuierlich mittels Echtzeit Kennzahlen zu steuern und so täglich selbst die Zügel in der Hand zu halten. Seine Zahlen im Griff zu haben und vor allem daraus die richtigen Maßnahmen abzuleiten, zahlt sich jedenfalls aus und ist für eine erfolgreiche Hotelführung unabdingbar. 

 

* Quelle: Österreichische Hotel- und Tourismusbank Gesellschaft m.b.H., http://www.oeht.at/bilanzvergleich/

 

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